• Jasna Horvat

Milica Jukić o romanu "Osvojski" u PANONSKOM LISTU /PANNONISCHES BLATT / PANNON LAP 6/2019.

„OSvojski“ (Der Eroberer) von Jasna Horvat

Rezension des Romans von Milica Jukić


„DIE WÜRFEL SIND GEFALLEN“


Es ist allgemein bekannt, dass das einleitende Syntagma dieser Rezension – die Würfel sind gefallen – dann zitiert wird, wenn sich jemand entschließt, eine Heldentat zu vollbringen, was auch auf Jasna Horvats eindrucksvolle Arbeit zutrifft. Nun, dieses Zitat hat im konkreten Fall seine besondere Berechtigung, zumal unser Protagonist, OSvojski (der Eroberer), die Grenzen eines litera- rischen Textes überschritten hat. Prinz Eugen von Savojen und Pie- mont, der sein literarisches Leben bereits im Roman „BIZARIJ“ (2009), in einem früheren Werk von Jasna Horvat, begonnen hatte, eroberte 10 Jahre später sein eigenes Narrativ und wurde zum OSvojski, was soviel wie Eroberer bedeutet. Die Eroberungen nämlich wur- den für diesen gebildeten österreichischen Feldherrn (1663-1736), wie die historische Handlung bezeugt, zu einer natürlichen Sache, der sich aufgrund seiner Verdienste in den Kriegen gegen die Türken (in Wien, Budapest, Beograd, Z/Senta oder Petrowardein) einen Namen machte, wobei er sein soldatisches, heerführerisches und kriegerisches Talent in erster Linie den österrei- chischen Herrschern widmete.

In diesem Werk griff Jasna Hor- vat erneut nach einer komplexen Handlung, in der sie sich in einer neuen Abgrenzung erprobt hatte. Sie schickte Prinz Eugen auf einen neuen Eroberungszug und überließ ihm die Wahl der Strategie, durch welche er zum OSvojski wurde. So wie sich die Autorin ihm überließ, so überließ er sich seinen Gedan- ken, die ihm Züge im Einklang mit den Vorschriften des Schachspiels machen und Spielkarten ziehen

ließen, die ihn nach der Beichte in einen Eroberer umgestaltet hatten. Deshalb marschierte er – nach 10 Jahren – mit keinem Soldatenschritt ins neue Narrativ, sondern überließ sich dem Gesetz des Kreises, wobei er seine Aufgabe darin sah, erobert zu werden und nicht etwa selbst zu erobern.

Das dem so ist, davon zeugt auch das Spiel mit der Graphostilistik mit deren Hilfe sein neuer Name zusammengebaut wurde, nämlich, OSvojski, was auch auf die Stadt OSijek hinweist.

In der Kombination dieser taktischen Hasardspiele erzählt OSvojski seine Geschichte in Form von Zügen, die ihm den Sieg ermöglichten und auch sicherten. Seine Figuren und Kar- ten in diesen Spielen wurden nach Flüssen (Donau, Drau, Save, Theiß) benannt, nach Bezeichnungen von Stadttoren, nach Kriegern in slawo- nischen Gegenden, nach Jägern, die für ihn Vorbilder waren, nach imma- nenten weiblichen Figuren in seinem Leben, nach Herrschern (Ludwig XIV., Leopold I., Josef I., Karl VI.), denen er diente, nach Befestigung- sanlagen, die er bauen ließ sowie durch die Kunst und Philosophie, die seine innere Welt erschlossen, was ihn nicht nur zu einem tapferen, sondern auch weisen Soldaten bzw. Feldherrn machte ...

(Übersetzung ins Deutsche: RHP)


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